LAC Quelle Fürth

 

Willkommen beim LAC Quelle Fürth!

Aktuelles

Der TV Fürth 1860 e.V. und die Leichtathletik-Abteilung "LAC Quelle Fürth" trauern um Bernd Kannenberg

Unser Olympiasieger von 1972 im Gehen prägte die deutsche Leichtathletik. In seiner Zeit als Leistungssportler von 1970 bis 1976 dominierte er nicht nur die deutsche Spitze. Neben seinen zehn Weltrekorden krönte er sich bei den Sommerspielen von München 1972 zum Olympiasieger. Zwei Jahre später, bei dem EM in Rom, konnte er zudem die Silbermedaille gewinnen.

 

Ein Nachruf von Bertram Böhm.

Mit 27 Jahren zum Gehen gekommen und mit 30 Jahren Olympiasieger. In 2021 unvorstellbar. Sebastian Schweinsteiger beginnt mit 24 das Kicken oder Malaika Mihambo mit dem Weitspringen. In Zeiten von Nachwuchs Leistungszentren nicht mehr glaubhaft. Bernd Kannenberg kam nach seiner Flucht aus Ostpreussen in Remscheid schon mit anderen Sportarten, wie Ringen und Gewichtheben in Berührung. Doch als Schwerathlet zum Ausdauersport Gehen? Die Bundeswehr schafft es. Der Berufssoldat Kannenberg fand viel Spaß am Marschieren und nahm - die Breitensportbewegung war im Entstehen - an Volksmärschen teil. Nach drei Jahren intensiven und knüppelharten Trainings wurde er 1972 erstmals Deutscher Meister und wenige Monate später Olympiasieger. Plötzlich war Gehen und Kannenberg in aller Munde, aber so richtig populär wurden er und das Gehen nicht. Der Soldat, der mitten im Kalten Krieg, die den Gehsport beherrschenden Ostblock Athleten schlug, konnte an der Popularität der Heide Rosendahl oder eines Klaus Wolfermann nicht heranreichen. Eigentlich schade, aber Bernd konnte sich leider nicht so gut verkaufen wie andere.

 

In seiner kurzen Laufbahn gewann Bernd 11 Deutsche Meisterschaften, bestritt 26 Länderkämpfe, nahm an 2 Olympischen Spielen (1972 und 1976) teil, gewann bei Europameisterschaften eine Silbermedaille über 20 km. Weltmeisterschaften wurden leider erst nach seiner Karriere 1983 erfunden. 10 Weltrekorde und 19 Deutsche Rekorde gehen auf das Konto des knallharten Athleten. Bei vielen dieser Titel und Rekorden stand ein Mann als Betreuer, heute würde man Manager sagen, fest an seiner Seite, Karl-Heinz Conrad, der damalige 1. Vorstand und Macher des LAC Quelle.

 

Viele ältere Fürther können sich noch an den 24 Juni 1973 erinnern, als im Stadtpark das Geherfieber ausbrach. Kannenberg gewann vor tausenden Zuschauern die 20 km beim Länderkampf gegen Frankreich, Schweiz und Belgien und die Fürther Sportfans flippten richtiggehend aus. So nah konnte man einem Olympiasieger damals nur an der Pegnitz kommen.

Nach seinem Laufbahnende, erzwungen durch hartnäckige Leistenprobleme, blieb er seinem Arbeitgeber Bundeswehr in der Sportkompanie Warendorf treu. Einige Jahre arbeitete Bernd als Bundestrainer für die deutschen Geher, aber langwierige Verletzungen und Operationen zwangen ihn zum Ausstieg aus der Leichtathletik.

 

Um zur Platzanlage des TV Fürth 1860 zu kommen, müssen heute junge Fürther Sportler durch die Kannenbergstraße gehen und auch die Kunststoffbahn hat mit Bernd Kannenberg zu tun. Gustav Schickedanz war vom Sieg und Athleten Bernd Kannenberg so begeistert, dass er dem LAC Quelle 1975/76 eine Tartanbahn spendierte.

Bernd Kannenberg blieb sich sein ganzes Leben treu, sowohl im Beruf, als auch als Sportler. Knallhart und konsequent gegen sich und gegen andere. Eben der pure Individualist.

 

Ein großer Athlet ist verstorben, der viel zur Erfolgsgeschichte des LAC Quelle Fürth beigetragen hat.

 

 

Bertram Böhm


 

 

 

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