Allez les bleus!

Wir sind eine bunte Mischung von Spielern und Spielerinnen aus vielen Teilen Deutschlands und Europas. Genauso unterschiedlich wie unsere Wurzeln sind unsere spielerischen Ambitionen. Wir schaffen es bisher sehr gut, die „Freizeit-Spieler“ und die etwas ambitionierteren „Sportler“ unter einen Hut zu bringen.
Im Ligabetrieb sind wir aktuell jeweils mit einer Mannschaft in drei der vier bayerischen Ligen vertreten (Landesliga, Bezirksoberliga und Bezirksliga). 
Bei den jährlich neu aufgestellten Pokalmannschaften versuchen wir drei ausgeglichene Mannschaften aufzustellen, um die Durchmischung aufrecht zu halten und allen Mittgliedern eine gleichberechtigte Teilnahme zu ermöglichen.
Es ist uns wichtig, die Balance zwischen gemeinsamer geselliger Freizeitgestaltung, Breitensport und sportlicher Entwicklung zu halten. Wir wollen unseren Mitgliedern und Besuchern eine angenehmes Umfeld bieten, indem sie sie eine gute Zeit verbringen können.
Schau doch einfach mal bei uns rein!

1. Mannschaft

Bayerische Landesliga

2. Mannschaft

Bezirksoberliga Mittelfranken

3. Mannschaft

Bezirksliga Mittelfranken

Der Weg zum Boule

Viele von uns machten – im weitesten Sinne und wahrscheinlich unbemerkt – zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem Phänomen Pétanque (ugs. „Boule“), als sie meist noch im Kindesalter bunte mit Wasser befüllte Plastikkugeln über heiße Sandstrände warfen und dieses, heute selbst für jene seltsam anmutende Treiben, weil an solchen Orten eben üblich, ganz selbstverständlich als "Boccia" bezeichneten. Sehr zum großen Ärgernis des Spielenden entledigte sich das damalige Spielgerät immer mal wieder seiner Füllung und war damit selbst für den minder Ambitionierten eigentlich nicht mehr für den Spielbetrieb zu gebrauchen.

Glücklichere unter uns mussten nicht durch diese harte Schule. Denn deren Eltern hatten in den Sommermonaten nichts mit kilometerlangen Sandstränden, Pasta und Gelati am Hut (vielleicht doch nicht so Glückliche?), sondern gingen in der Ferienzeit schon immer beharrlich, d. h. ohne ein den Kindern eingeräumtes Vetorecht ihren frankophilen Neigungen nach. Diese vermeintlich privilegiert aufgewachsene Urlauber-Spezies lernte das Boulespiel daher ohne Umwege von Grund auf als das kennen, was es ist.

Ein unterhaltsames, zuweilen berauschendes, mitunter diskutierbares, in jedem Fall den Charakter schulendes, aber diesen auch schonungslos offenlegendes Wurfspiel mit richtigen Kugeln. Kugeln, die nicht ihrer schrill-bunten und vor allem anonymen Verwandtschaft gleich, nach wenigen Kontakten mit des Gegners Spielgerät zu einer unspielbaren Plastikhülle mutieren, sondern Kugeln, die stählern jedem Anprall trotzen und in Bezug auf Größe, Gewicht und Aussehen individuell gestaltet, jahre-, manchmal sogar lebenslang die Einzigartigkeit ihres Besitzers unterstreichen.

Meist mehrmals wöchentlich, sommers wie winters, frönt nun am Rande Fürths eine Gruppe teils wundersamer Gestalten – eine Mélange aus Zurückhaltung und Prahlsucht – diesem faszinierenden Spiel mit der Eisenkugel. Und für viele ist es mittlerweile mehr als das. Mit zunehmender technischer Finesse, größer werdendem Spielverständnis und dadurch gesteigertem Ehrgeiz wurde für sie aus dem Spiel ein ernsthafter und ernstzunehmender Wettkampfsport. 

Ambitionierte Quereinsteiger (z. B. Kegler), aber auch einstige, durch langjährigen körperlichen Raubbau in der Dynamik mittlerweile limitierte Wettkampfsportler (insbes. Fußballer) entdeckten über das Boulespiel die wunderbare Möglichkeit, sich trotz ihrer physischen Beschränktheit weiterhin sportlich zu messen und schlossen sich uns an.

[Christof Lang]