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Wolfgang Schaper - Ehrung für 20 Jahre Schiedsrichter

Seit fast 50 Jahren ist der Name Wolfgang Schaper nun schon ganz eng mit dem TV Fürth 1860 und der Fußballabteilung SG QUELLE verbunden. Über seine Aktivitäten als Trainer, Jugendleiter, Vorstand, Hutschler oder Vorturner wurde in der Vergangenheit bereits vielfältig berichtet. Über sein Engagement im Verein hinaus ist er aber auch seit zwei Jahrzehnten als Schiedsrichter in der Schiedsrichtergruppe Fürth aktiv. In diesem Jahr feiert Wolfgang sein 20-jähriges Jubiläum. Die offizielle Ehrung wurde auf Grund der pandemischen Einschränkungen in das nächste Jahr verschoben, nichtsdestotrotz blicken wir auf den Punkt auf seine Zeit als Schiedsrichter zurück.

Seine ersten Spiele pfiff Wolfgang Schaper bereits in den siebziger Jahren. Nachdem er seine aktive Zeit als Spieler u.a. an der Seite von Herbert „Ertl" Ehrhardt und Karl „Charly" Mai beendet hatte, stand er unmittelbar vor seiner zweiten Laufbahn als Trainer. In der Sportschule Grünwald erwarb er 1972 den Trainerschein und musste im Rahmen seiner Ausbildung zehn Spiele als Referee leiten. An eines dieser ersten Spiele im Nürnberger Osten kann er sich bis heute noch mit einem Schmunzeln erinnern. „Damals wurde in der Zeitung noch die Meinung der beteiligten Mannschaften zur Schiedsrichterleistung abgedruckt. Demnach war ich nicht in der Lage einen für alle erkennbaren Handelfmeter für die Heimmannschaft zu pfeifen. Und ich versuchte mich zu verteidigen: Der Heimverein war nicht in der Lage, einen ordentlichen Platz zur Verfügung zu stellen. Denn ohne den Platzfehler wäre der Ball niemals an den Arm des Gästespielers gesprungen!"

In den nächsten fast 30 Jahren war Wolfgang Schaper ausschließlich als Trainer in fast allen Alters- und Spielklassen aktiv. Just als bekannt wurde, dass er nach der Bayernliga-Saison 97/98 als Trainer etwas kürzertreten wolle, kam Schiedsrichterlegende Manfred Dölfel (1975-1981, 1./2. Bundesliga) auf ihn zu, ob er seine nun frei gewordene Zeit als Schiedsrichter füllen möchte. „Schon damals wurden dringend Schiedsrichter gesucht und ich konnte Manfred und der Schiedsrichtergruppe Zirndorf keinen Korb geben!". So startete Wolfgang Schaper Ende der 1990er seine dritte Laufbahn!

Anfangs noch für die Schiedsrichtergruppe Zirndorf, ehe er im Jahr 2000 nach Fürth wechselte. „Das Fürther Vereinslokal befindet sich wenige Schritte von zuhause. Bei 12 Lehrabenden im Jahr hat sich der Wechsel schon gelohnt!" Nachdem er 2003 auch beruflich in den wohlverdienten Ruhestand trat, konnte man das Fürther Urgestein jetzt erst recht an jedem Wochenende am Sportplatz antreffen. Bis 2017 agierte er auch noch als Jugend- oder Damentrainer – und bis heute im Alter von 77 Jahren immer noch als Schiedsrichter! In seinen aktuell zwanzig Jahren in der Schiedsrichtergruppe Fürth pfiff Wolfgang Schaper Spiele der Herren und Junioren bis zur Kreisliga. „Damen durfte ich sogar einmal in der Bezirksliga pfeifen", fügt er hinzu.

Wolfgang Schaper begleitet die digitalen Veränderungen im Schiedsrichterdasein mit etwas Wehmut. „Heutzutage fehlt mir der Kontakt mit den Spielern und Trainern, vor allem vor und nach dem Spiel. Früher konnte man bereits bei der Passkontrolle einen ersten Eindruck voneinander gewinnen und mit einer menschlichen und kameradschaftlichen Note ins Spiel starten," resümiert Wolfgang Schaper, „außerdem wird man heute nur noch selten zu einer geselligen Runde mit den Mannschaften nach dem Spiel eingeladen, das war früher durchaus üblich! Das fehlt mir heute." Die zunehmende Anonymität und Distanz empfindet Wolfang Schaper keineswegs uneingeschränkt als Fortschritt. „Der Digitalisierungsprozess ist soweit fortgeschritten, dass man die Teams erst beim Anpfiff das erste Mal in natura trifft und mit dem Abpfiff nichts mehr miteinander zu tun hat!" Und jetzt wird auch noch der Videoassistent in Amateurligen von der FIFA ins Gespräch gebracht. „Bei mir war immer das Menschliche auf dem Platz entscheidend! Ich war selber Fußballer und vermag deshalb die heiklen Situationen ganz gut selbst zu beurteilen. Ich brauche als Schiedsrichter keinen Keller!"

Trotz der Entwicklungen denkt Wolfgang Schaper nicht ans Aufhören: „Ich habe mir fest vorgenommen – ich möchte noch bis zu meinem Achtzigsten pfeifen" – nach kurzem Bedenken – „und dann bis zu meinem 100. hutscheln!" Die SG QUELLE im TV Fürth 1860 gratuliert Wolfgang Schaper zum Jubiläum und wünscht ausreichend Power und Gesundheit, um seine Pläne und Ambitionen für die nächsten 20 Jahre in die Tat umsetzen zu können!