23.07.2026

Wenn ein Sportler bei einem großen Ereignis den vierten Platz belegt, stellt sich stets die Frage, ob dies als Erfolg gewertet werden kann oder ob er die Bronzemedaille knapp verpasst hat. Eine Frage, die sich Timur Ilik (LAC Quelle Fürth) nach dem 200-Meter-Finale bei der U18-Europameisterschaft in Rieti sicher auch gestellt hat. 

Für den 16-jährigen Zirndorfer war es bereits ein Erfolg, als Athlet des jüngeren Jahrgangs ins Finale einzuziehen. Zumindest nach den Ergebnissen vor der EM. Damals hatte Timur Ilik die achtbeste Zeit aller Starter über 200 Meter erreicht. Diese 21,12 Sekunden hatte er bei der Deutschen Meisterschaft erzielt. Dass er noch schneller laufen möchte, machte er klar, als er den deutschen U18-Rekord als Ziel ausgab. Dass dies möglich ist, zeigte Ilik schon im Vorlauf eindrucksvoll. Hier musste er auf der Innenbahn starten, was wegen des engeren Kurvenradius ein Nachteil war. Dennoch gewann er den Lauf sicher in 21,17 Sekunden und qualifizierte sich für das Halbfinale. 

Im Halbfinale, jetzt auf Bahn sechs laufend, zeigte Timur Ilik, dass seine Äußerung, den deutschen Rekord angreifen zu wollen, keine leere Floskel war. Er stürmte regelrecht aus der Kurve und konnte seine Geschwindigkeit auch auf der Geraden halten. Dabei hatten ihn der Brite Bronson Hearn-Smith bis zum Zielstrich gepusht. Im Ziel konnte Timur Ilik gar nicht mehr aufhören zu jubeln. „Ja, ja, ja!”, schrie er seine Freude heraus. Die Anzeigetafel zeigte 20,86 Sekunden an. „Es fühlt sich sehr, sehr gut an. Ich bin dem Team sehr dankbar. Das Rennen ist optimal gelaufen“, sagte er. Bronson Hearn-Smith lief mit 20,89 Sekunden ebenfalls noch schnell. Den 19 Jahre alten Deutschen U18 Rekord von Robert Hering hat Ilik damit um eine Zehntelsekunde verbessert.

Mit 21,10 Sekunden bestritt der 16-Jährige im Finale das zweitschnellste Rennen seiner Karriere und verpasste die Medaillenränge nur um einen Hauch. Bronze ging mit einer Zeit von 21,08 Sekunden an den Spanier Iker Piñeira. Europameister wurde Bronson Hearn-Smith mit einem neuen Meisterschaftsrekord von 20,70 Sekunden. Silber ging ab Bartosz Pytlik in 21,01 Sekunden. 

Vor der EM war Timur Ilik Achter der europäischen Jahresbestenliste der U18 und aktuell Neunter der Welt. Noch beachtlicher ist, dass er als 16-Jähriger Neunter der deutschen Jahresbestenliste bei den Männern ist! 

Text & Bild: Theo Kiefner

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